24. 10. 17

Mobilität der Zukunft

 

Prien/Graz. Seit fast einem Jahr gibt es ihn nicht mehr: der Nachtexpress Chiemgau zwischen Bad Endorf, Grassau und Aschau im Chiemgau musste aufgrund zu geringer Fahrgastzahlen eingestellt werden. Seitdem war der Priener Jugendrat, der den Nachtexpress initiiert hatte auf der Suche nach geeignetem Ersatz.

So machten sich die Jugendräte und die Priener Jugendreferentin Annette Resch auf, den Bedarf in Prien und den umliegenden Gemeinden zu erfragen und informierten sich über verschiedene Mobilitätsangebote. So fand im Januar im Priener Rathaus ein Treffen von Jugendräten, Jugendreferenten, Verantwortlichen aus dem Landratsamt und vielen interessierten Jugendlichen statt. Dieses Treffen unterstützte auch der Verein „Nachtexpress Rosenheim e.V.“, der sich um alle Nacht-Linien im ganzen Landkreis kümmerte.

Im Nachgang zu diesem Treffen lud Kreisrat Matthias Vieweger, Vorsitzender des Vereins „Nachtexpress Rosenheim e.V.“, alle Interessierten zur nächsten Vereinssitzung ein. Hierfür hatte Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner, der sich bereits seit seiner Jugend im Verein engagiert, ein Grazer Start-Up, „ISTmobil“ eingeladen. Die ISTmobil GmbH entwickelte und betreibt in Österreich ein erfolgreiches Anruf-Sammel-Taxi System. Sie versprechen ein bedarfs- und nachfrageorientiertes ausgerichtetes System ohne unflexible Fahrpläne oder starre Linien. „ISTmobil“ will seine Fahrgäste sicher zum nächsten Bahnhof, zum Arzt, zum Einkaufen oder nach einem geselligen Abend wieder nach Hause bringen. Und das alles einfach, schnell und günstig.

Die Jugendlichen und die Vereinsmitglieder zeigten sich sofort begeistert, wollten sich das System aber erst selbst vor Ort ansehen und auf seine Tauglichkeit prüfen.

Diese Informationsfahrt konnte nun stattfinden und führte die Jugendräte, Jugendreferenten unter Vereinsmitglieder in die Landeshauptstadt der Steiermark. Fast im gesamten Grazer Umland hat das Unternehmen Haltepunkte für Ruf-Sammel-Taxen eingerichtet. Diese werden von lokalen Taxi-Unternehmen betrieben und bringen die Fahrgäste gebündelt ans Ziel. Bestellt wird bequem per App oder Telefon.

Ein ähnliches Konzept können sich der zuständige Stimmkreisabgeordnete Klaus Stöttner, MdL, Kreisrat Matthias Vieweger, Jugendreferentin Annette Resch und Jugendratsvorsitzender Leon Duvinage auch für den Landkreis Rosenheim vorstellen, wollen aber zunächst mit der Modellregion Chiemsee starten. Losgehen soll es mit den Gemeinden um das westliche Chiemseeufer mit Prien im Zentrum.

 „Im Gegensatz zu einer starren Linie könnten Fahrgäste so auch in bisher nicht so gut angebundene Ortsteile wie Hittenkirchen, Atzing oder Greimharting gebracht werden.“ so Vieweger. „Bei der Einführung würden wir uns dann natürlich nicht nur auf den nächtlichen Transport von Jugendlichen beschränken wollen“, ergänzt Duvinage. „Auch tagsüber haben Jugendliche, Senioren und Touristen ein hohes Mobilitätsbedürfnis.“

Für Ende November hat Klaus Stöttner, MdL zwei Informationsveranstaltungen geplant um Bürgermeister, Jugendreferenten und Seniorenbeauftragte über „ISTmobil“ zu informieren und hat hierzu die Verantwortlichen des österreichischen Systems eingeladen. Stöttner sieht dem Besuch mit Freuden entgegen: „Die Einführung eines so innovativen und zukunftsweisenden Systems im Landkreis würde erheblich zur Attraktivität unserer Region beitragen. Wir könnten Leuchtturm für die Mobilität im ländlichen Raum für ganz Bayern sein“

Bis dahin stehen noch einige Gespräche mit Bürgern, Kommunen und Unternehmen an. Alle, die sich an dem Projekt beteiligen wollen sollen auch die Möglichkeit dazu haben. Eine Umsetzung ist daher nicht vor dem zweiten Halbjahr 2018 geplant.

 

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