07. 09. 16

'Kulturgut' Chiemseefischerei muss bewahrt werden

Rosenheim/Chiemsee. Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner konnte sich der Bayerische Finanz- und Heimatminister Dr. Markus Söder vor Ort ein Bild von der teils harten körperlichen Arbeit der Chiemseefischer machen.

Söder wurde von Stöttner schon im Vorfeld auf das Problem der Schädigung des Fischbestandes durch den Kormoran hingewiesen und aufmerksam gemacht: „Ich stehe schon länger in engem Austausch mit den Chiemseefischern. Daher weiß ich, dass der Kormoran mittlerweile ein echtes Problem geworden ist, das auch wir im Landtag nicht mehr übersehen dürfen“, so Stöttner. Als für die Schlösser- und Seenverwaltung zuständige Minister sei Dr. Markus Söder deshalb ein wichtiger Ansprechpartner in dieser Thematik, erläutert Stöttner.

Nachdem der Kormoran in den zwanziger Jahren in Deutschland beinahe ausgestorben war, begannen Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts umfangreiche Schutzmaßnahmen und Wiederansiedlungen. Maßnahmen, deren Auswirkungen rund fünfzig Jahre später nun die Fischereiwirtschaft enorm zu spüren bekommt: „Wir füttern die Kormorane mit unserem Jungfischbestand das ganze Jahr über durch, ohne dass wir dagegen effektiv vorgehen können“, verdeutlicht der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Chiemsee Thomas Lex die Problematik. Bis zu 40.000 Kilo Fisch fallen demnach pro Jahr den Seevögeln zum Opfer. Um diesen Schaden ausgleichen zu können werden von den 16 Chiemseefischern jedes Jahr bis zu 100 Millionen Renken wieder in das Gewässer eingesetzt und aufgezogen.

Geht es nach Klaus Stöttner sollten die Belange der Chiemseefischerei besser in den Fokus der Öffentlichkeit und auch der Entscheidungsträger in München gestellt werden: „Natürlich reden wir hier von wirtschaftlichen Einbußen der Familienbetriebe in mehrfacher Generation. Es geht aber auch darum, ein wichtiges Kulturgut des Chiemsees zu schützen und zu bewahren.“ Auch in anderen Gebieten Deutschlands habe man laut Stöttner mit einer Vergrämung der Kormorane gute Erfahrungen gemacht.

Dass den Chiemsee nicht das gleiche Schicksal ereilt, wie viele andere Seen in ganz Deutschland, an denen die Fischerei schon komplett zu erliegen gekommen ist, will sich Klaus Stöttner auch im Bayerischen Landtag für die Fischer einsetzen. „Der Chiemsee ohne seine Fischer ist für mich undenkbar“, stellt Klaus Stöttner klar. Deshalb sei der Besuch von Staatsminister Markus Söder auch ein wichtiges Signal an die Chiemseefischer, dass ihre Probleme gehört werden.

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