07. 06. 16

Stern der Sicherheit für Rosenheimer und Priener

Der Bayerische Staatsminister Joachim Herrmann zeichnete zwei Persönlichkeiten aus Stadt und Landkreis Rosenheim für ihre außergewöhnlichen Verdienste um die Innere Sicherheit mit dem „Stern der Sicherheit“ aus: Dr. Michael Bayeff-Filloff, den Chefarzt der Zentralen Notaufnahme im RoMed Klinikum Rosenheim, Notarzt und Landesbeauftragter „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst“, sowie den Priener Gerhard Opperer, Rettungsassistent beim Bayerischen Roten Kreuz und ehemaliger langjähriger Geschäftsführer der Bergwacht Bayern.

Der zuständige Rosenheimer Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner unterstrich mit seiner Teilnahme an der Feierstunde im Innenministerium: „Ich bin stolz, dass mit Herrn Dr. Bayeff-Filloff und Gerhard Opperer gleich zwei von bayernweit 15 ausgewählten Persönlichkeiten aus Rosenheim kommen. Mit ihrem enormen und langjährigen Engagement haben die beiden nachhaltig dazu beigetragen, dass die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat sicher leben können.“ Als Mitglied des Aufsichtsrats der RoMed Kliniken freue er sich besonders, dass Dr. Bayeff-Filloff als „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Bayern“ für seinen unermüdlichen Einsatz und seine hohe fachliche Expertise eine Anerkennung vonseiten des Freistaates erfahre, so Stöttner weiter.

Im Namen der gesamten Bayerischen Staatsregierung dankte der Innenminister den geehrten für das vorbildliche Engagement. "Insbesondere auch unseren Geehrten haben wir es zu verdanken, dass wir in Bayern sicherer leben können als anderswo." Wie Herrmann erläuterte, sind die Herausforderungen groß, seien es die Flüchtlingskrise, die anhaltend hohen Terrorgefahren oder auch tragische Unglücke wie der Zugunfall bei Bad Aibling. "Umso wichtiger sind die vielen Bürgerinnen und Bürger in Bayern, die sich haupt- oder ehrenamtlich mit Herzblut für die Innere Sicherheit engagieren", so der Innenminister. Herausragende Verdienste um die Innere Sicherheit würdigt der Freistaat seit 2013 mit der Bayerischen Staatsmedaille 'Stern der Sicherheit'. Die Medaille wird an maximal 15 Personen pro Jahr verliehen.

 

Die Laudatien von Staatsminister Joachim Herrmann:

Dr. Michael Bayeff-Filloff

"Nach dem Studium der Humanmedizin und Promotion an der LMU München führte Sie Ihr beruflicher Werdegang an das Klinikum Rosenheim. Seit 2010 sind Sie dort Chefarzt der Zentralen Notaufnahme. Neben Ihrer anspruchsvollen Tätigkeit fahren Sie seit 1988 als Notarzt im BRK-Kreisverband Rosenheim, fungieren seit 1993 als „Leitender Notarzt“ und „Hintergrundnotarzt“ und seit 1998 als „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst“ (ÄLRD). Seit 2012 sind Sie „Landesbeauftragter Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Bayern“. Nach Schaffung der rechtlichen Grundlage erfolgte die offizielle Bestellung durch das Bayerische Innenministerium 2013.

Der Erfolg des ÄLRD-Projekts ist bis heute untrennbar mit Ihrem Namen als „Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der ersten Stunde“ und bis heute als dessen Landesbeauftragter verbunden. Während der Pilotphase waren Sie verlässlicher Ansprechpartner für alle Beteiligten und unermüdlicher Motor des Projekts für eine bayernweite Umsetzung. Im Rahmen der flächendeckenden Einführung der ÄLRD in Bayern widmeten Sie sich mit großem Engagement der Vermittlung der Erfahrungen und Erkenntnisse aus der bisherigen Pilotphase an die neuen ÄLRD. Sie standen jederzeit als Ansprechpartner bei den zahlreich aufkommenden Fragen zur Verfügung.

Im Herbstkonvent 2011 wurden Sie, lieber Dr. Bayeff-Filloff von Ihren bayerischen Kollegen einstimmig zum Landesbeauftragten der ÄLRD gewählt mit der Aufgabe, das notfallmedizinische Qualitätsmanagement landesweit zu koordinieren. Als Konsequenz des großen Erfolgs dieser neuen Funktion wurde diese im Rahmen der Novelle des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes 2012 normiert und mit konkreten Aufgaben und Verantwortlichkeiten beschrieben. Auch diese Entwicklung hat viel mit Ihrem außergewöhnlichen Engagement und Ihrer herausragenden Kompetenz zu tun. In der Folgezeit erweiterte sich das Aufgaben- und Verantwortungsspektrum für den Landesbeauftragten stetig. Aktuell betrifft dies vor allem die Einführung des Notfallsanitäters und die Einsatzdokumentation im Rettungsdienst. Unermüdlich bringen Sie nicht nur hierbei Ihre hohe fachliche Expertise ein, treiben die Projekte voran und vermitteln zwischen den Beteiligten.

Sie sind ohne Zweifel einer der wesentlichen und unverzichtbaren Leistungsträger der ÄLRD-Bayern, der sich mit großem persönlichen Einsatz und Zeitaufwand für eine stetige Optimierung des Rettungsdienstes in Bayern und für eine erfolgreiche und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten einbringt. Sie „leben“ den Rettungsdienst und sind ständig auf der Suche nach Optimierung. Sie stehen stets als Ansprechpartner für alle Verbände und Organisationen zur Verfügung und stellen dabei sogar Ihre Familie hinten an. Ich freue mich, Ihnen zum Dank und als Anerkennung heute die Bayerische Staatsmedaille „Stern der Sicherheit“ verleihen zu dürfen."

 

Gerhard Opperer

"Bereits mit 14 Jahren wurden Sie Mitglied der Bergwacht Bayern. Auch während Ihren beiden Ausbildungen zum Elektriker und zum Rettungsassistenten sowie Ihrer folgenden beruflichen Verwendung als hauptamtlicher Rettungsassistent beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) in München blieben Sie Ihrer Berufung treu. Zunächst leisteten Sie im damaligen Referat Bergwacht beim Präsidium des BRK (heute Landesgeschäftsstelle) Ihren Zivildienst ab, anschließend waren Sie dort als Werkstattmitarbeiter tätig. Ihre Leistungen und Ihr Engagement blieben nicht verborgen. Vor nunmehr 16 Jahren wurden Sie zum Geschäftsführer der Bergwacht Bayern berufen. In diesen 16 Jahren haben Sie die Entwicklung der Bergwacht maßgeblich geprägt. Sie standen drei Landesvorsitzenden zur Seite, zunächst Franz Heubl, aber vor allem 12 Jahre lang Alois Glück und zuletzt Herrn Heiland.

Einige Ihrer wesentlichen Verdienste um die Entwicklung der Bergwacht während dieser Zeit möchte ich hervorheben: Als Mann der klaren Strukturen sorgten Sie für eine erstmalige Festlegung der Funktion des „Einsatzleiters Bergwacht“. Sie initiierten die Gründung des „Fachbeirats Gebirgsluftrettung“, eine Standardisierung der Rettungsabläufe Bergwacht – Luftrettungsmittel über alle Betreiber hinweg. Dies bedeutet deutlich mehr Sicherheit für alle Beteiligten. Ihre zielorientierte Hartnäckigkeit führte zur Errichtung und zum Ausbau des Bergwacht-Zentrums für Sicherheit und Ausbildung mit einer weltweit einzigartigen Simulationsanlage. Unter Ihrer Initiative ist dieses zu einem organisationsübergreifenden Übungs- und Kompetenzzentrum für die Luft- und Höhenrettung in Bayern angewachsen. Hier kann speziell auf die Bedürfnisse von Polizei, Feuerwehr, Luft- und Wasserrettung sowie Bergrettung eingegangen werden.

Sie haben die Eingliederung der Höhlenrettung in die Bergwacht Bayern, die rechtliche Verankerung der Bergwacht Bayern als Rettungsorganisation und die Optimierung der rettungsdienstlichen Strukturen der Bergwacht (u. a. Neugründung von Bergrettungswachen) auf den Weg gebracht. Ein Anliegen war Ihnen die Einführung eines alarmsicheren Einsatzleitsystems und der Aufbau eines eigenen analogen Gleichwellen-Netzes als Übergangslösung bis zur Funktionsfähigkeit des Digitalfunks. Besonderes Herzblut investierten Sie in die Verbesserung der Sachausstattung der Bergretter/innen und der Bergrettungswachen sowie der Professionalisierung der Aus- und Fortbildung. Sie erreichten die Wahrnehmung der Bergwacht als integralen Bestandteil der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes in Bayern.

Weiterhin waren Sie an der Gründung der „Stiftung Bergwacht“ als zweites Standbein zur Sicherheit der Bergretter maßgeblich beteiligt. Sie begleiteten als Einsatzkraft oder in verantwortlicher Position in der Einsatzleitung die Einsätze beim Erdbeben in der Türkei 1999, den Eishalleneinsturz in Bad Reichenhall 2006, die Hochwasserkatastrophe 2013 in Rosenheim und Deggendorf sowie den G7 Einsatz im vergangen Jahr. Sie engagieren sich ehrlich und gradlinig in der Sache immer weit über das normale Maß hinaus, sind hart zu sich und anderen, wenn die Lage es erfordert. Unterstützung, großen Rückhalt und Verständnis finden Sie in Ihrer Familie. Für Ihre Leistungen für die Bergwacht und damit auch gleichzeitig in hohem Umfang für den Rettungsdienst in Bayern danke ich Ihnen herzlich und freue mich, Ihnen die Bayerische Staatsmedaille „Stern der Sicherheit“ verleihen zu dürfen."

 

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