07. 04. 11

Energiepolitik: Stöttner fordert nachhaltiges Umstiegskonzept

Seine Meinung zur aktuellen energiepolitischen Debatte brachte der Abgeordnete Stöttner in den Rosenheimer Nachrichten vom 6. April 2011 zum Ausdruck:

Zuerst denken, dann handeln

ap4b71863fcd983 small„Vernunft ist die Fähigkeit, objektiv zu denken.“ Dieses Zitat von Erich Fromm sollten wir in der gegenwärtigen Debatte über die Zukunft der Kernenergie beherzigen.

Zweifellos: Die Fukushima-Katastrophe bedeutet eine historische Zäsur. Die schrecklichen Bilder aus Japan haben uns vor Augen geführt, dass auch hochentwickelte Industrieländer die Risiken der Kernenergie nicht einhundertprozentig beherrschen können.

Unser Ziel muss es daher sein, den Umstieg auf erneuerbare Energien so schnell wie möglich zu realisieren.

Darüber herrscht in Deutschland aktuell ein breiter gesellschaftlicher und auch politischer Konsens – die wichtigste Voraussetzung für eine nachhaltige Energiewende. Doch welche zentralen Aspekte müssen in der energiepolitischen Diskussion beachtet werden?

Entscheidend ist, dass Energie in Zukunft bezahlbar und umweltverträglich sein muss und dabei auch die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Eine verlässliche Versorgung mit preisgünstiger Energie ist unabdingbare Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmer und damit den Wohlstand unserer Gesellschaft. Beim geplanten Umstieg auf erneuerbare Energien ist deshalb darauf zu achten, dass die Energiekosten nicht schlagartig in die Höhe schnellen.

Gleichwohl müssen wir den Ausbau der erneuerbaren Energien entschieden vorantreiben. Die Bewahrung der Schöpfung ist unser Ziel. Wir sind dazu verpflichtet, im Sinne nachfolgender Generationen nachhaltig zu handeln. Umweltverträglich ist es jedoch nicht, alle deutschen Atommeiler sofort vom Netz zu nehmen, durch klimaschädliche Kohlekraftwerke zu ersetzen und Atomstrom künftig aus Tschechien oder Frankreich zu beziehen. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, dass wir uns auch auf europäischer Ebene für eine gemeinsame Umstiegsstrategie einsetzen.

Statt emotionaler Reaktionen und übereilter Forderungen nach einem sofortigen Abschalten aller Kernkraftwerke gilt es vielmehr, kühlen Kopf zu bewahren. Das dreimonatige Moratorium der Bundesregierung gibt uns die Möglichkeit, eine weitsichtige Strategie für unsere zukünftige Energiepolitik zu entwickeln – auf Basis umfassender Sicherheitsanalysen.

Wir sollten uns nicht anmaßen, das Ergebnis der derzeitigen Überprüfungen vorwegzunehmen. Schließlich erwarten die Bürger von den Politikern, dass sie in einer entscheidenden Situation objektiv denken und vernünftig handeln können.

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